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#1
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Irgendwann ist die Luft raus. Nur noch arbeiten kann es auch nicht sein. Nach Feierabend zu Hause noch bis 22:00 Uhr oder länger arbeiten, das hält das stärkste Pferd nicht aus.
Also mal wieder raus in die Natur. Bonnie und Blacky schlagen Purzelbaum vor Freude und können gar nicht schnell genug ins Auto springen, als sie mich mit den Laufklamotten die Treppe runterkommen sehen. Das Wetter ist auch ganz schön und so ziehen wir wieder in Richtung Mittellandkanal. Am Sperrtor werden gerade Wartungsarbeiten ausgeführt. Das hängt auch wohl mit dem Neubau der Schachtschleuse zusammen, das größte Projekt, was noch am Mittellandkanal ausgeführt wird. Wir starten auf der Hafenseite, laufen an dem Binnenschiff „Jürgensburg“ vorbei, das gerade mit geschredderten Bauholz beladen wird. Der Skipper kennt uns schon und freundlich grüßt er. Hinter dem Hafen beginnt der Leinpfad, bei allen Wetterlagen und Tageszeiten schon von uns plattgetrampelt. Es dauert auch nicht lange, da müssen meine beiden Begleiter erst ihre Schwimmeinlage tätigen. Als erster ist Blacky im Wasser, kurz danach auch Bonnie. Die Uferböschung ist bis kurz über dem Boden glattgeschnitten. Alle Sträucher und das hohe Schilf und Gras ist abgemäht. Die Tiere haben keinen Sichtschutz mehr. Das bemerkt auch Bonnie, die alte Jägerin. Weit voraus erkennt sie schon die Entenschar, die wie an der Schnur aufgereiht am Ufer sitzt. Die Leine steht nur noch unter Spannung, Bonnie gibt das Tempo an. Aber so ein Pech, die Enten flüchten eine nach der anderen auf die Mitte des Kanals. Keine Chance, sie zu erreichen. Bonnie grummelt ärgerlich, Blacky weiß gar nicht, worum geht. Er hat fast keinen Jagdtrieb, außer bei Katzen. Bonnie beruhigt sich und wir traben gemütlich weiter. Nach 3,6 km erreichen wir die Brücke, über die die Kreisstraße 3 führt. Über sie möchte ich die Kanalseite wechseln und so machen wir es dann auch. Auf der anderen Seite angekommen sind sich die beiden Tiere einig, dass sie heute mal einen anderen Weg laufen wollen. Wie abgesprochen laufen beide in den Feldweg, der in Richtung Wald führt. Ich lasse sie gewähren. Normalerweise ist dieser Weg kein Problem, aber für uns wird es eins. Denn an alles hab ich gedacht, aber nicht daran, das der kleine Bach, den wir sonst mühelos überspringen konnten, durch die Regenfälle der letzten Tage zu einem reißenden „Strom“ geworden ist, deutlich mehr als zwei Meter breit. Uns kann nichts erschüttern, wir folgen dem Bachverlauf. Eine schöne Gegend ist es ja wirklich. Auf dieser Bachseite alles Weideland, sumpfig und morastig, auf der anderen Seite der alte, dichte Baumbestand. Hauptsächlich riesige Buchen und vereinzelte Eichen. Da stört mich nicht, dass ich mir im Schlamm schon zweimal die Schuhe ausgezogen habe. Die Füße sind bis über die Knöchel pitschenass. Aber es macht richtig Laune. Getoppt wird es noch, als wir in ein kleines Unterholz kommen, durch das nur ein Wildpfad führt, der kaum zu erkennen ist. Die alte Freude ist wieder da, es macht richtig Spaß. Selbst die Hunde fühlen mit und ziehen fröhlich voraus. Im Eifer des Gefechtes läuft dann schon mal einer rechts und der andere links am Baum vorbei, und es gilt, diesen gordischen Knoten wieder zu lösen. Aber es kommt kein Stress auf, die Freude ist einfach zu groß. Aber auch diese schöne Strecke ist bald zu Ende und wir kommen wieder auf die K 3, die wir eigentlich nicht laufen wollten. Der breite Radweg neben der Fahrbahn ist aber auch schön zu laufen. Störend sind nur die Autofahrer, die wie bekloppt durch den Wald rasen und sich keine Gedanken um das Wild machen, das plötzlich die Straße queren kann. Wir wissen genau wie dicht Wildschweine und Rehe hier am Straßenrand stehen und wie plötzlich sie die Straße queren können. Oft genug haben wir es schon erlebt. Auf halber Strecke möchte ich wieder rechts abbiegen, am Mausoleum vorbei nach Rusbend zum Hafen laufen. Aber da spielt Blacky nicht mit. Hundert Meter läuft er noch in den Stichweg rein und dann hat er keinen Bock mehr. Setzt sich auf den Hintern und schaut sich die Gegend an. Kein Einreden hilft, er zickt. Missmutig treten wir den Heimweg an. Siehe da, jetzt kann er wieder laufen wie der wilde Wutz. Er will uns mit lustigen Sprungeinlagen wieder zu Freunden machen, hält zwischendurch an um sich eine Streicheleinheit zu holen. Schnell hat er uns so wieder auf seine Seite gezogen, läuft viele Meter direkt neben Bonnie her, leckt ihr die Lefzen. „Alles ist wieder schön, wir laufen heimwärts, das Futter wartet.“ Das scheinen seine Gedanken zu sein. Wir laufen auf dem neuen Radweg entlang und biegen dann ab in Richtung Wald. Blacky scheint den Weg genau zu kennen. Er ist jetzt der Antreiber. Wieder im Wald angekommen, fällt mir auf, dass wir noch kein Anzeichen von Wildschweinen im letzten Abschnitt gesehen haben. Hier wimmelt es eigentlich nur so von den Tieren. Bis zum Mittellandkanal treffen wir auf keine einzige Spur. Das macht mir Gedanken. Wir erreichen den Hafen in Berenbusch und sind nach etwas über 9 km wieder am Auto. Der Wartungstrupp vom Sperrtor ist abgezogen, kein Mensch ist zu sehen. Laut kläffend steht Blacky vor der Autotür und fordert Einlass. Aber erst werden die Tiere grob abgetrocknet, dann geht es Heimwärts, ab unter die Dusche und erst dann kommt Blackys ganz große Stunde – der Fressnapf wird gefüllt. Die Welt ist wieder in Ordnung. Es wird Zeit, das wir wieder regelmäßiger laufen, der Anfang ist gemacht.
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Liebe Grüße aus dem Weserbergland -Rainer- , und jetzt ohne Bonnie, aber mit Blacky, dem letzten Mohikaner. wesergebirgslaeufer.de |
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Du hast eine sehr zeitfüllende Arbeit! Schön, dass Du wieder die Möglichkeit der Entspannung gefunden hast. Deine Berichte zeigen, dass es Dir gut tut. Den Hunden ja sowieso.
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Liebe Grüße, Ramona "Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt." Laotse ![]() Alltägliches |
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Zitat:
Es wird Zeit, dass es Dir wieder regelmäßig richtig gut geht, der Anfang ist gemacht... Streichel Deine kleinen Laufbegleiter von mir!
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Mit freundlichen Füßen Barefoot Mecki |
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Mir ist als würde ich Dich und Deine lieben Hunde schon lange kennen. So lange lese ich schon bei Dir mit. Das begann schon zu einer Zeit, da kannte ich dieses Forum noch gar nicht.
Und daher bist Du und auch Deine Hunde mir irgendwie vertraut und ich freue mich immer wieder von Euch zu lesen. Wollte ich Dir mal mitteilen.
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„Man muß eine Schlacht oft mehr als einmal schlagen, ehe man sie gewonnen hat.“ M. Thatcher _________________________________ http://www.24h-lauf-berlin.de/ Mit 6 und 12 Stunden-Option. Von den Machern des Baltic-Run - auch als Staffel |
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Hallo Rainer,
hab heute beim Lipperland-Marathon Jobst getroffen. Er hat Dich vermisst. ![]()
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Gruß Michael träume nicht dein Leben - lebe deinen Traum demnächst:01.06. Die Nacht von Hattingen 62km 07.06.-28.06. Radreise D-FIN 21.07. 7. Fernsehturm-Marathon 06.07. thüringen Ultra 100km 03.08. STUNT100 18.08. 8. Fernsehturm-Marathon Es gibt 10 gute Gründe... "Die Wesergebirgsläufer" sind unterwegs NEU: Laufen im Wesergebirge
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#7
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Ja, der Jobst. Er fehlt mir auch. Würde ja gerne mit und bei Ihm laufen. Aber dazu fehlt momentan einfach der Trainingsumfang. Aber alles hat mal ein Ende. Bin jetzt am Wände streichen, dann kommt noch der Fliesenleger und dann ist fertig.
Ich bin 20.000 € ärmer, habe aber hoffentlich die nächsten 20 Jahre Ruhe mit der Umbauerei. Wasser und Abwasser, Heizung und Elektrik ist auf dem neuesten Stand. Alles andere sind da nur noch Kleinigkeiten. So langsam kehrt der normale Alltag wieder ein. ![]() ![]()
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Liebe Grüße aus dem Weserbergland -Rainer- , und jetzt ohne Bonnie, aber mit Blacky, dem letzten Mohikaner. wesergebirgslaeufer.de |
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