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Bericht vom Stockholm-Marathon 2017

Dieses Thema im Forum "Laufveranstaltungen" wurde erstellt von Max, 5 Juni 2017.

  1. Max

    Max Well-Known Member

    39. Stockholm-Marathon am 3. Juni 2017

    Irgendetwas hatte ich bei der Anmeldung wohl falsch gemacht, denn unversehens fand ich mich in der zweiten Startgruppe und dort im vorletzten Block wieder. Schräg vor mir standen ein paar Damen mit einem großen 5-Stunden-Luftballon. Da ich ja heute wiederum nicht vorhatte eine neue Bestzeit zu laufen, war das selbstverständlich kein Problem für mich. Die Stimmung jedenfalls war gut, das Wetter ganz ordentlich (leicht bewölkt, aber trocken, angenehm kühle Temperatur). Die Startzeit um 12 Uhr (bzw. 12.10 Uhr) finde ich im Nachhinein nun doch nicht mehr so ideal. Man hat sowohl vorher als auch hinterher nicht mehr wirklich viel vom Tag und eigentlich ist ja auch Mittagessenszeit. Stattdessen verschlang ich eine halbe Stunde voher noch einen Schokoriegel und hoffte auf gute Verpflegung unterwegs.

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    Das Stadshus

    Dann setzt sich die riesige Läufermasse in Bewegung. Auf den ersten Kilometern komme ich erwartungsgemäß noch nicht richtig in Schwung. Viel Slalomlaufen und Überholen. Nach drei Kilometern laufen wir zum ersten Mal am Wasser entlang, über den Strandvägen, einer Prachtstraße, die uns in Richtung Stadtzentrum führt. Hier befindet sich auch der erste Zuschauer-Hotspot sowie der erste von sehr vielen Verpflegungspunkten (um es es vorweg zu nehmen: mit einigen Bananen- und Müsliriegelstücken komme ich gut aus). Über die Stömbron (Blick auf das Riksdagshuset) erreichen wir Gamla Stan, die Altstadt Stockholms auf der kleinen Insel Stadsholmen. Auf der östlichen Seite geht es vorbei am Königlichen Schloss mit Blick auf die Storkyrkan und die Tyska kyrkan.

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    Die Västerbron

    Nachdem wir Stadsholmen verlassen haben erfolgt nun ein nicht besonders steiler, aber doch etwas längerer Anstieg. Mittlerweile habe ich einige Pacer-Gruppen, darunter auch solche, die bereits um 12 Uhr gestartet waren eingeholt. Wenn man an diesen vorbei ist, kann man immer etwas befreiter laufen, doch so richtig allein ist man bei über 12.000 Teilnehmern eigentlich nie. Bei Kilometer 8 startet der Anstieg zur Västerbron, einer 600 Meter langen Brücke, die die Stadtteile Södermalm und Kungsholmen verbindet. Hier wird den Läufern mit fetziger Musik richtig eingeheizt :). Überhaupt ist das Unterhaltungsprogramm, dabei auch viel Livemusik, als sehr positiv zu werten (nicht immer nur diese schrecklichen Sambagruppen, ich kann sie einfach nicht mehr ertragen).

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    Gamla Stan

    Auf Kungsholmen laufen wir direkt am Stadshus, einem der großen Wahrzeichen Stockholms, vorbei. Dann geht es ins moderne Stadtzentrum. Obwohl - anders als in anderen europäischen Großstädten - nach dem Zweiten Weltkrieg alles in bester Ordnung war, meinte man, in der 50er- und 60er-Jahren hier etwas umgestalten zu müssen. Aus heutiger Sicht nicht immer unbedingt architektonisch gelungen. Doch das tat der Stimmung unter den zahlreichen Zuschauern keinen Abbruch. Nach knapp 17 Kilometern ist die erste von zwei Runden absolviert. Ich fühle mich noch immer sehr gut.

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    Der Goldene Saal (Stadshus)

    Wie schon an der Kilometerzahl erkennbar ist, stimmen die zwei Runden nicht exakt überein (zum Jubiläum im nächsten Jahr gibt es übrigens nur noch eine). Zu Beginn der zweiten begeben wir uns nämlich für einige Kilometer nach Djurgården, dem wunderschönen Parkgebiet im Osten der Stadt. Ab dem Strandvägen (27,5 km) folgen wir dann wieder dem Verlauf der ersten Runde. Das wird keineswegs langweilig, sondern macht in dieser tollen Stadt auch beim zweiten Durchlauf einfach Riesenspaß. Ich laufe ziemlich gleichmäßig und versuche, es nicht zu übertreiben, was mir, glaube ich, ganz gut gelingt.

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    Der Stortorget

    Bei der zweiten Passage der Västerbron (Kilometer 33) müssen ein paar Mitläufer in meiner Umgebung schon den Gehmodus einschalten. Ist aber auch sehr gemein, genau an diesem neuralgischen Punkt den metaphorischen Mann mit dem Hammer zu postieren. Ich grüße ihn freundlich und laufe vorbei. Für einen Stadtmarathon ist das hier angesichts der Höhenmeter (ich habe 230 gemessen) schon relativ anspruchsvoll und stellt für Marathonanfänger sicher eine besondere Herausforderung dar.

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    Blick auf den Strandvägen

    Von nun an ist es nicht mehr weit. Noch einmal durch die Innenstadt und dann in Richtung Stadion. So ein Zieleinlauf in einem Olympiastadion (in diesem Fall das von 1912) ist für mich schon etwas Außergewöhnliches (obschon es in diesem Jahr bereits der zweite, insgesamt der vierte ist; im Herbst folgt noch einer). Die Tribünen sind gut gefüllt und es es wird kräftig gejubelt. In diesem Ausmaß habe ich das eigentlich selten elebt. Im Ziel erhalte ich eine sehr aufwendig gestaltete Medaille (eine der größten und schwersten, die ich besitze) und ein hochwertiges Finishershirt. Mit meiner Leistung bin ich sehr zufrieden und fühle mich noch relativ fit.

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    Blick vom Kaknästornet

    Den Stockholm-Marathon kann ich ohne Einschränkung empfehlen. Hier passt wirklich alles: die Strecke, die Organisation, das Publikum. Wenn man hierhin reist sollte man sich auf jeden Fall mehrere Tage Zeit für die zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Museen (besonders das Vasamuseum hat mich sehr fasziniert) dieser wunderbaren Stadt nehmen und wenn man noch etwas mehr Zeit hat, kann man schöne Ausflüge in die Schären unternehmen, wozu ich leider nicht gekommen bin. Die bekannte Freundlichkeit und Entspanntheit der Schweden sollte hier ebenfalls unbedingt noch Erwähnung finden.

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    Zieleinlauf im Olympiastadion

    (Zwischen-)Zeiten:

    05 km...0:23:34 (1804.)
    10 km...0:45:41 (1367.)
    15 km...1:09:07 (1488.)
    20 km...1:31:28 (1313.)
    HM......1:35:52 (1278.)
    25 km...1:53:47 (1154.)
    30 km...2:16:30 (1041.)
    35 km...2:39:24 (874.)
    40 km...3:02:27 (732.)
    M.......3:12:26 (711.)


    Platzierung:
    Gesamtwertung (m): 711. von 9014
     
    Zuletzt bearbeitet: 5 Juni 2017
    MartinS, crystal, Lumi und 3 anderen gefällt das.
  2. Dennis

    Dennis Dauerläufer

    Tolle Fotos gepaart mit einen sehr informativen Bericht. Die Zeit ist in Anbetracht des Startes immernoch große Klasse. Herzlichen Glückwunsch zum 50.
     
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  3. Elmar

    Elmar läuft

    Glückwunsch Max. Und vielen Dank für den tollen Bericht.
    Achja, das Stadium im Athen ist das Sahnehäubchen :)
     
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  4. Matthie

    Matthie 3718 m

    Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für den Bericht und Fotos.
    Wenn es passt kannste ja nochmal ein Foto von der Medaille reinstellen, da bin ich jetzt doch noch sehr neugierig drauf (selber Schuld - Du hast gesagt das sie so besonders und schwer ist.....;)).
    Tja und was soll ich da noch zu den Zeiten sagen. Jeden Monat(?ich glaube noch öfter) n Lauf und eine Hammerzeit Jagd die andere....toll
     
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  5. Jost

    Jost Well-Known Member

    Herzlichen Glückwunsch Max
    Mega schöne Fotos und dein Bericht......macht Spass und Lust auf.......Logo......
    Hey cool.....LG Jost
     
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  6. Finny

    Finny Well-Known Member

    Auch meinen herzlichen Glückwunsch zum 50. M-und mehr-Erlebnis mit wieder einmal tollem Ergebnis! Dass Du trotz der misslichen Startsituation noch so gut durchgekommen bist und ein für Dich versöhnliches Rennen laufen konntest freut mich sehr zu lesen. Meinen Dank natürlich auch für die herrlichen Bilder!

    LG,
    Finny
     
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  7. Lumi

    Lumi Watschelt.

    Glückwunsch Max! Und danke für diesen wunderbaren Bericht inklusive Bildchen die Lust auf den Lauf machen. :)
     
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  8. Max

    Max Well-Known Member

    Jetzt, wo sie zwischen den anderen hängt, erscheint sie gar nicht mehr so riesig (Durchmesser 7 cm) und wiegt auch "nur" knapp über 100 g, aber gefallen tut sie mir immer noch sehr gut.

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    Vorderseite

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    Rückseite

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    Finisher-Shirt


    Das mit den Zeiten ist natürlich relativ. Objektiv war ich unter den besten 10 % in der Ergebnisliste, also schon recht fix. Allerdings liegt diese Zeit immerhin eine Viertelstunde hinter meiner persönlichen Bestzeit, erscheint so gesehen dann gar nicht mehr so schnell und hat sich deshalb vielleicht auch so locker angefühlt. Bis September ist es jetzt jedenfalls erstmal vorbei mit den schnellen Wettkämpfen.

    Mit meiner Bilanz des ersten Halbjahres kann ich natürlich äußerst zufrieden sein. Zwischenzeitlich hatte ich durchaus Zweifel, ob ich mir da nicht zuviel vorgenommen hatte, aber ich denke, der "Erfolg" (vier neue PBs (25 km, M, 50 km, 6 h)) gibt mir recht.
     
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  9. Matthie

    Matthie 3718 m

    Also alleine für die Medaille lohnt sich Stockholm. Ich finde sie auch sehr schön.
    Auch eine viertel Stunde hinter Bestzeit hat einen besonderen Stellenwert wenn man das so kontinuierlich und in Folge läuft wie Du - finde ich.
    Also relativ und überhaupt: verdammt fix :)
     
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  10. crystal

    crystal Schöne-Laufstrecken-Sammlerin

    Toller Bericht und super schöne Bilder, Max. Das erinnert mich an meinen Stockholm-Jubiläums Marathon 2012. Da muss ich auch noch mal wieder hinne...
     
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  11. Tom03

    Tom03 Well-Known Member

    Super Bericht, danke Max.

    Letztes Jahr war ich dabei und muss da noch einmal hin.
     
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