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Mozart 100

Dieses Thema im Forum "Laufberichte" wurde erstellt von MartinS, 20 Juni 2017.

  1. MartinS

    MartinS Well-Known Member

    Der Mozart 100 2017 war ein ganz anderer Lauf als 2016. Nicht nur mehr hm, sondern auch mehr Trail und technischere up- und downhill. Wo man 2016 auf abfallenden Waldstrassen etwas Tempo und km machen konnte, war das heuer teilweise ein Wanderweg den man, oder zumindest ich, nicht laufen konnte. Habe dann auch bei etwa gleichem Trainingszustand 4 Stunden mehr gebraucht.

    Zusammengefasst: Ich habe eine Anmeldung zu einem Lauf bezahlt aber eine lange Wanderveranstaltung geboten bekommen ;)

    Aber, alles in allem war es sehr nett und schön.

    Anfang am Freitag Abend im Stiegelkeller auf der Terrasse mit einem schönen Blick über Salzburg.

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    Start ist natürlich früh. Und Foto halt etwas unscharf in der Dämmerung.

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    Die ersten km geht es eher gemütlich dahin. Aah, eh wie gewohnt.

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    Dann kommt der erste wirkliche Berg wo auch der Abstieg nicht laufbar ist.

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    Dieser Abstieg hat vielen Läufern einiges an Kraft gekostet, wie ich später erfahre.

    Der höchste Anstieg ist in der Mitte der Strecke, aber technisch nicht schwer. Bei km 50 stolpere ich über eine Wurzel und falle. Ich merke sofort, dass irgendwas kaputt ist. Rund um mich Läufer und Wanderer die, eh ganz nett, sofort fragen ob eh alles in Ordnung ist. Ich bleib sitzen und sage mehrmals: "Ich weiss es noch nicht."

    Dann gehe ich alle Körperteile durch und finde einen sehr schräg stehenden Finger. Der erste Gedanke: Scheisse ich muss aufhören! Dann nutze ich den schmerzlosen Zustand des ersten Schocks und reisse an dem Finger um ihn wieder gerade zu bekommen. Vielleicht war er eh nur ausgekegelt. Wird etwas gerader, aber nicht ganz.

    Dann lasse ich mir aufhelfen und laufe langsam wieder. Eine Mitläuferin ist zufällig Ärztin und ich diskutiere mit ihr ob ich weiter laufen kann. Sie meint, da ich keine Flasche mit der Hand trage brauche ich den Finger eh nicht zum Laufen und das geht schon. Aber ich glaube die ist eher von der harten Fraktion.

    Sie schlägt vor, dass ich mir in Fuschl von einem (offiziellen) Arzt den Finger stabilisieren lassen soll zum Weiterlaufen. Das finde ich aber keine gute Idee, denn ich fürchte die Rennleitung würde mich dann aus dem Rennen nehmen. Und das will ich nich ;)

    Ein paar Bildchen von der Strecke.

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    Und dann hinein nach St. Gilden.

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    In St. Gilden gibts deutsche Pensionisten und trachtig verkleidete Einheimische. Da will ich nicht länger bleiben als zum Durchlaufen nötig.

    Hier warte ich dann auf meine Mitläuferin und lasse mir von ihr den Ringfinger durch ein Tape an den kleinen Finger fixieren.

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    Zuletzt bearbeitet: 20 Juni 2017
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  2. MartinS

    MartinS Well-Known Member

    Fortsätzung da Bild spinnt... Nun mit Tape:

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    Ein Blick zurück nach Gilden.

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    Jetzt wird es langsam finster. Die Zeitprognosen werden immer mehr der Realität angepasst. Rechnete ich am Start mit 18 h, nach den ersten 30 km noch mit 17 h, berechne ich jetzt ab ca. km 70 wie weit ich vom cut off (20 h) weg bin. Aber es geht sich aus. Obwohl ich den Lauf etwas mehr genossen hätte, wenn ich nicht rechnen müsste.

    Ich stolpere nochmals beim Bergablaufen aber kann das so Rausrennen, dass es mich nur mehr auf den Hintern setzt. Erleichterung, denn ein zweites Mal möchte ich nicht auf den Finger fallen. Ab jetzt werde ich dann recht vorsichtig (oder unsicher) und gehe meist bergab. Darum immer langsamer.

    Um km 70 wird mir leicht übel. Weiss nicht ob das am Essen liegt, die Anstrengung ist oder doch der gebrochene Finger.

    Beim letzten Berg ist der Abstieg wieder technisch. Irgendwie kein Spass nach 90 km und in der Nacht (jetzt alleine) noch Trittsicherheit (die ich nicht habe) zeigen zu müssen. Also super langsam.

    Der Kapuzinerberg im Finale kann mich nicht mehr schrecken. Ich habe noch mehr als eine Stunde Reserve, also geht es sich leicht aus. Auch wenn die Strecke dann doch noch etwa 2 km länger war.

    Im Ziel drinke ich noch zwei Bier und erwarte die folgenden Läufer. Das Ziel bleibt noch länger offen und ich kann auch meiner Ärztin gratulieren. Dann bringt mich der Veranstalter ins Unfallkrankenhaus und ich bekomme einen Gips.

    Text ist es diesmal weniger, denn das Tippen mit einer Hand ist halt sehr mühsam.

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    LG,
    Martin
     
    Zuletzt bearbeitet: 20 Juni 2017
    Mary-Ann, Lumi, fupp und 3 anderen gefällt das.
  3. Mary.Joggins

    Mary.Joggins Well-Known Member

    Herzlichen Glückwunsch, Martin, zum Mozart 100!

    Die Fotos von den geschwollenen Fingern sehen wild aus, das letzte Foto ist dann auch ziemlich einmalig.
    50 km laufen trotz Bruch finde ich heftig, auch wenn es nur ein Finger war.

    Na, das sind die Läufe an die man sich erinnert und später den Enkeln erzählt!
    Danke für Deinen Bericht!
     
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  4. Elmar

    Elmar läuft

    Großes Kino, klasse Geschichte für die Nachwelt. Und natürlich herzlichen Glückwunsch und gute Besserung.
    Die Ärztin gefällt mir *daumen*
     
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  5. Max

    Max Well-Known Member

    Gratulation zum Finish und vielen Dank für den lesenswerten Bericht. Klingt nach einer sehr schönen Veranstaltung. Gute Besserung für den Finger!

    Gesendet von meinem SM-G920F mit Tapatalk
     
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  6. Matthie

    Matthie 3718 m

    Herzlichen Glückwunsch Martin, tolle Leistung. Vielen Dank für den Bericht und die sehr schönen Bilder.
    Ich denke das so ein Finger schon ganz schön behindert und der Sturz dann für die gesamte Strecke verunsichert. Aber Du hast trotz der ziemlich erschwerten Bedingungen durchgehalten. Klasse!!!
     
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  7. Dennis

    Dennis Dauerläufer

    Autsch, schon so früh im Rennen den Bruch eingefangen. Das ist fies! Hat das nicht höllisch angefangen zu pochen?

    Alle Achtung das Du es trotzdem zu Ende gebracht hast! Herzlichen Glückwunsch zum harten Finish!
     
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  8. Finny

    Finny Well-Known Member

    Ein sehr tapferes Rennen, dass Du da erlebt hast! Vielen lieben Dank für den Bericht und dass Du uns trotz Deiner Verletzung nicht lange auf die Folter gespannt hast!

    Hoffentlich überwiegen dennoch die positiven Erinnerungen an das, was Du geleistet hast :)

    Herzlichen Glückwunsch dazu und natürlich nochmals gute und schnelle Besserung für Dich!

    LG,
    Finny
     
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  9. Jost

    Jost Well-Known Member

    uhi.....was will man da noch sagen....
    wünsche Dir gute Besserung und natürlich Hut ab vor der Leistung :)
    gratulieren Dir

    danke für Dein Bericht mit den vielen schönen Fotos.
    LG jost
     
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  10. MartinS

    MartinS Well-Known Member

    Herzlichen Dank fuer alle Eure Glückwünsche!

    @Dennis: nein hat nicht wirklich weh getan oder gepocht.

    LG,
    Martin
     
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  11. Lumi

    Lumi Watschelt.

    hardcore!!
    Glückwunsch Martin. Dann kann Western States jetzt ja wirklich kommen!
     
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  12. MartinS

    MartinS Well-Known Member

    Ja, das versuche ich natuerlich wieder. Immerhin habe ich heuer schon zwei tickets ;) Nur darf ich die Anmeldungswoche nicht uebersehen. Viel zu kompliziert.

    LG,
    Martin
     
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  13. Ewald

    Ewald Active Member

    Alle Achtung Martin!! Nur die Harten kommen in den Garten, nicht wahr?
    Ich hab über zwei Laufvereinsmitglieder, welche aber nur die 64 km Version
    gelaufen sind, einen Laufbericht verfasst. Die waren ganz angetan weil sie den
    Mozart früher schon gelaufen sind und es ihnen da zu flach war. Nächstes Jahr
    möchten sie wieder unbedingt den ganzen Mozart laufen/gehen.
    Find ich echt bemerkenswert dass du trotzt des Bruchs zu einem relativ frühen
    Zeitpunkt noch finishen konntest.
    Musstest du schon einem einen Lauf aufgeben?
    Mir ist das lange geglückt und dann kam ein 100 km Lauf bei Hitze und ich gab auf.
    Ein schwerer Fehler weil seitdem fällt es mir leichter aufzugeben....
    lg
    Ewald
     
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  14. MartinS

    MartinS Well-Known Member

    Ich habe einmal bei einem heißen Wien Marathon (nach nur 8 km) aufgegeben weil ich mein Ziel nicht erreichen konnte. Das war sehr dumm und hat mich noch am gleichen Tag so geärgert, dass ich am Abend nochmals Laufen war.

    Irgendwie hängt mir das noch immer nach und Aufgeben ist dadurch fast zu einem Tabu geworden. Also nur wenn es wirklich schlimm ist. Und das ist es ja sehr selten. Auch gut, oder ;)

    LG,
    Martin
     
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