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Tagebuch Wesergebirgsläufer

Dieses Thema im Forum "Lauftagebuch" wurde erstellt von Wesergebirgsläufer, 7 August 2017.

  1. Dennis

    Dennis Dauerläufer

    Voller Zecken, wenn es die Chemiekeule nicht gäbe! Da lobe ich mir unseren Bichon Frisé - der mag lieber gepflegte Wege. Der ist aber mit 10 Jahren und Knieproblem kein Hund für die Rennerei. Den hatte ich mal als jungen Hund auf meiner damaligen 5 Km Runde mit. Es kam nicht zu den 5 Km, weil Mika einfach stehenblieb und sich notfalls auch hätte ziehen lassen, ohne die Beine zu bewegen...
     
  2. Wesergebirgsläufer

    Wesergebirgsläufer Der Wesergebirgsläufer

    Blacky ist früher immer mit Bonnie und mir mitgelaufen. Nun ist er zehn Jahre alt. Hat er keine Lust zum Wandern, dann setzt er sich auf seinen Pöter und geht keinen Schritt weiter. Da hilft auch nur umkehren.

    Ohne die Chemiekeulen brauchte man mit den Tieren nicht in den Wald gehen. Irgendwie schon traurig, wie sich die Zeckenbiester vermehrt haben.
     
  3. beppomat

    beppomat ruhig Brauner, ruhig....

    schön das du wieder am Start bist, schöne Erinnerungen habe ich an meine ersten Ultras zusammen mit Dir.
    Damals in BaLi, das ist 10 Jahre her......und dann in den Folgejahren immer wieder.
    Beppo ist inzwischen auch ein alter Hund, aber immer noch mit auf der Strecke mit 12,5Jahren gehen nicht mehr 50k aber einen guten Halben schafft er immer noch. Immer bei mir, weil das hören wird schwieriger, und die Augen auch langsam trübe.....
    Henk dagegen, der Nachfolger von Beppo, ist grade erst eingelaufen....

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  4. Wesergebirgsläufer

    Wesergebirgsläufer Der Wesergebirgsläufer

    Ja, Christoph, das waren auch schönen Zeiten. Schade das die Tiere so schnell alt werden. Aber Beppomat hat bei dir ja auch ein ganz tolles Leben. So gut haben es nicht alle Hunde. Der Nachfolger wird schon angelernt. Hoffen wir, das ihr noch viele schöne Läufe zusammen machen könnt. Vielleicht treffen wir uns ja mal irgendwo bei einem Läufchen.

    Ganz liebe Grüße, auch an den Rest der Familie.
    -Rainer-
     
  5. Wesergebirgsläufer

    Wesergebirgsläufer Der Wesergebirgsläufer

    Ein Bild von Raika


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    Ein Bild von Blacky

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  6. Lumi

    Lumi Watschelt.

    Macht ruhig weiter mit den Hundefotos!! *hearts*
     
  7. Dennis

    Dennis Dauerläufer

    Raika ist ja ein richtiger Hund - groß und stark! Meine sind dagegen ja eher Fußhupen.
     
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  8. Wesergebirgsläufer

    Wesergebirgsläufer Der Wesergebirgsläufer

    Noch ein Bild vom morgendlichen wandern mit den Hunden.

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  9. Wesergebirgsläufer

    Wesergebirgsläufer Der Wesergebirgsläufer

    12.08.2017

    Den ganzen Vormittag regnet es. Was für ein trübes Wochenende. Das hält Raika und mich natürlich nicht vom Laufen ab.

    Am Sperrtor in Berenbusch starten wir. Der Nieselregen entwickelt sich zu einem Schauer.

    Das ist eine stinklangweilige Runde, die ich mir da ausgesucht habe. Sie hat den Vorteil, dass sie alle 100 Meter mit Messpunkten eichgenau vermessen ist. Jeder volle Kilometer ist mit einem großen Schild numerisch ausgezeichnet. Bei jedem halben Kilometer steht ein großes Schild mit einem + Zeichen.

    Auf dem ersten Kilometer müssen wir uns erst finden. Die Umgebung ist für Raika noch neu und fremd. Da gibt es viel zu schnüffeln. Ganz interessant sind für sie die Schiffe an der Hafenmauer. Vier Stück liegen hier. Jedes verursacht beim Dümpeln im Wasser andere Geräusche, die sie immer wieder erschrecken. Aber mit der Zeit gewöhnt sie sich daran und lässt sich nicht mehr stören. Schnüffeln hat jetzt wieder Vorrang.

    Wir verlassen den Hafenbereich und nun kann man Kilometerweit geradeaus schauen. Der Weg ist mit Pfützen übersät und ruckzuck sind die Füße klatschenass.

    Acht Kilometer habe ich mir vorgenommen. Das Tempo ist mir dabei noch völlig egal. Mir ist wichtig, wieder ein Gefühl für die Strecke zu bekommen. Ohne Druck auf der Brust und ohne Bluthochdruck.

    Als wir dann die vier Kilometer erreicht haben, laufen wir noch zur Sicherheit ein kleines Stück weiter, damit wir auch die acht Kilometer erreichen, wenn wir jetzt umkehren.

    Immer wieder vergleiche ich die Kilometerangaben mit der Polar Smart Watch. Ich bin erstaunt, die Angaben stimmen genau mit den gemessenen Kilometern überein. Hier auf freier Strecke passt alles ganz genau.

    Endomondo läuft auf meinem Handy parallel und zeigt mir am Ende 240 Meter mehr an. Das liegt also alles im normalen Bereich.

    Der Rückweg ist etwas anstrengender, denn der Gegenwind ist doch nicht ohne. Aber ich freue mich, denn Herz und Kreislauf tuckern ruhig und gleichmäßig wie ein Uhrwerk. Keinerlei Beschwerden.

    Die zehn Kilometer knacke ich als Nächstes


    06.08.2017 Tag 1 3,98 km 41:57:00 Minuten
    07.08.2017 Tag 2 4,01 km 41:43:00 Minuten
    08.08.2017 Tag 3 4,56 km 55:19:00 Minuten
    09.08.2017 Tag 4 5,03 km 53:01:00 Minuten
    10.08.2017 Tag 5 4,30 km 46:11:00 Minuten
    11.08.2017 Tag 6 4,36 km 47:14:00 Minuten
    12.08.2017 Tag 7 8,16 km 1:26:04 Minuten
    34,4 km


    Am Kanal, der noch schöne Abschnitt.

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  10. Jost

    Jost Well-Known Member

    Glückwunsch zu dieser Woche. Viele schöne Momente und Fotos von dir. Danke..... Lg Jost
     
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  11. Finny

    Finny Well-Known Member

    Schließe mich Jost gerne an und wünsche Dir einen schönen Sonntag! Gern auch ohne Regen ;-)

    LG,
    Finny
     
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  12. Max

    Max Well-Known Member

    Sehr gut gefällt mir dein Tagebuch. Es macht Spaß, dich so lesend auf deinen täglichen Ausflügen begleiten zu dürfen.
     
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  13. Wesergebirgsläufer

    Wesergebirgsläufer Der Wesergebirgsläufer

    13.08.2017

    Mit meiner treuen Raika bin ich heute mal zum Schaumburger Wald gefahren. Sie soll auch mal eine andere Umgebung kennen lernen, nicht immer nur die Gevatter Seen umrunden.

    Der einzige Nachteil hier ist der, dass hier ganz viel Fahrradfahrer unterwegs sind.

    Aber erst mal war die Strecke frei und unbeschwert liefen wir los. Raika lauschte den vielen neuen Geräuschen. Den Lärm der Kreisstraße konnte man noch deutlich hören. Besonders den der Motorradfahrer, die durch die Kurven jagten. Das gefiel Raika gar nicht. Auch das muss sie lernen.

    Nach achthundert Metern verließen wir den Radwanderweg und über geschotterten Boden führte uns der Weg vorbei am Mausoleum der Juliane in Richtung Betonstraße und dem Eichen Lagerplatz.

    Seit Freitag muss ich ein neues Cholesterin Mittel nehmen, welches angeblich nicht so starke Nebenwirkungen haben soll. Mein rechtes Bein beschwert sich aber gerade bei dem leichten Anstieg mit ziemlich stechenden Schmerzen in der Kniekehle. Ich versuche das erst einmal zu ignorieren.

    Das schöne Wetter motiviert uns und wir traben nebeneinander weiter. Erreichen nun die ca. einen Kilometer lange Betonstraße, wo rechts und links auf Betonschwellen wertvolles Eichenholz gelagert wird.

    In der Ferne sehen wir schon zwei Menschen mit Hunden, die uns entgegenkommen. Sie haben ihre Hunde an der Leine. Als wir gebührend nahe sind, nehme ich Raika an die Leine. Das war dann auch besser so. Die Frau mit dem Samojeden verlässt den Weg und schlägt sich in das Unterholz.

    Ihr Hund geht dabei an, als würde er jeden Moment durchdrehen und alles was ihm zwischen die Zähne zerfleischen. Nur mit Mühe kann sie ihn unter Kontrolle halten. Währenddessen steht ihr Begleiter mit seinem Hund am Wegesrand und lässt uns völlig unberührt passieren. Das macht den Samojeden wohl noch wilder.

    Wir sind vielleicht zehn Meter an ihnen vorbei, da höre ich den Samojeden auf einmal schmerzerfüllt jaulen. Das Tier tut mir in der Seele leid. Es ist wohl in völlig falsche Hände geraten, von alleine sind die Tiere nicht so verstört.

    Raika und ich beschleunigen ein wenig um bloß schnell weg zu kommen. So etwas brauchen wir nicht wirklich, für mich einfach unerträglich.

    Am Ende der Betonstraße kommen wir auf den Radwanderweg zurück. Auf gut drei Kilometer bleiben wir nun auf dem Weg. Es ist bestes Radfahrwetter, was uns nun auch etliche Radwanderer beschert. Ein Grund, Raika nun an die Leine zu nehmen. Für sie kein Problem und ich brauche mir keine Sorgen machen, dass sie einen Radfahrer zu Fall bringt.

    Da fällt mir nun eine neue Spezies Radfahrer auf. Die E-Biker. Einige gut ausgerüstet mit Helm und Schutzkleidung, andere nur in kurzer Hose und T-Shirt. Aber eins haben sie gemeinsam. Ein versteinertes Gesicht, grüßen geht gar nicht. Komische Welt ist das geworden.

    Aber auch das überstehen wir und erreichen unbeschadet den Parkplatz. Nächstes Mal laufen wir hier zu einem späteren Zeitpunkt. Dann haben wir mehr Ruhe.

    Mein Bein beunruhigt mich ein wenig. Abwarten und Tee trinken. Der Körper muss sich wohl auch erst an das neue Medikament gewöhnen. Alles braucht halt seine Zeit.

    Etwas über fünf Kilometer sind es geworden.

    06.08.2017 Tag 1 3,98 km 41:57:00 Minuten
    07.08.2017 Tag 2 4,01 km 41:43:00 Minuten
    08.08.2017 Tag 3 4,56 km 55:19:00 Minuten
    09.08.2017 Tag 4 5,03 km 53:01:00 Minuten
    10.08.2017 Tag 5 4,3 km 46:11:00 Minuten
    11.08.2017 Tag 6 4,36 km 47:14:00 Minuten
    12.08.2017 Tag 7 8,16 km 1:26:04 Minuten
    13.08.2017 Tag 8 5,71 km 59:02:00 Minuten
    40,11 km
     
    Zuletzt bearbeitet: 14 August 2017 um 13:55 Uhr
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  14. Dennis

    Dennis Dauerläufer

    Klingt ja mal nach einen nicht ganz so guten Ausflug. Aber auch das gehört dazu.

    Immerhin scheint Dich das neue Medikament nicht wieder außer Gefecht zu setzen - das ist doch schon mal gut!!!
     
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  15. Elmar

    Elmar läuft

    Nicht Grüßen ist aber kein reines Pedelec Problem.
    Das ist eher ein Problem der zunehmenden Intoleranz. Läufer grüßt Läufer, Walker grüßt Walker, Hundebesitzer grüßt Hundebesitzer .... und der Rest der Menschheit wird ignoriert.
    Ich arbeite täglich an der Erziehung meiner Mitmenschen im Wald ;)
     
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  16. Wesergebirgsläufer

    Wesergebirgsläufer Der Wesergebirgsläufer

    14.08.2017

    Lange bin ich schon nicht mehr im Wesergebirge gelaufen. Das ging mir schon den ganzen Tag so durch den Kopf.

    Heute Nachmittag war es dann so weit. Die Füße kribbelten so heftig, da konnte ich mich nicht bremsen. Also ab nach „Opa Walter“, in Lerbeck. Oben in der Lehmkuhle, im letzten Haus wohnt Bernd mit Familie. Ist schon eine Weile her, dass wir uns getroffen haben.

    Bernd steht gerade vor der Haustür als ich auf den Wanderparkplatz fahre. Sofort kommt er mit seinem Labrador auf mich zugelaufen. Freudige Begrüßung und dann wird erst mal lange erzählt, was in der letzten Zeit passiert ist.

    Sein Labbi ist so zutraulich. Da bin ich nun echt ärgerlich, das ich Raika nicht dabeihabe. Aber nach den gestrigen Beschwerden im Bein, wollte ich heute mal alleine los und mal richtig in mich rein hören.

    Spontan beschließen wir eine kleine Bergwanderung zu machen. Bernd möchte mir viele Neues zeigen.

    Es wird eine richtig schöne Klön Runde. Dabei lerne ich viele neue Markierungen an den Bäumen kennen, die heimlich auf Besonderheiten hinweisen, die nur der Fachmann kennt. Zum Beispiel, welche Bäume mit Leben besiedelt sind. Das heißt, das dort z.B. ein Specht wohnt, oder besondere Nistplätze dort vorhanden sind. Auch den Bergbruch, wo sich mitten im Wanderweg ein plötzliches Loch bildete, da der darunterliegende Stollen eingebrochen war.

    Das wurde eine spannende gute Stunde wandern mit schönen Höhenmetern.

    Kurz bevor wir zurück am Startpunkt ankommen, führt der Weg nach links hoch zum Wasserwerk, zu Michaels Marathon Strecke.

    Den Weg erkore ich mir zur Streak Erhaltungsrunde aus. Da mein Bein kaum Schmerzen macht, verabschiede ich mich von Bernd und starte in den Streak Tag Neun, in der Hoffnung hier das nötige Selbstvertrauen für die Zukunft einzufahren.

    Auf einer Länge von knapp 900 Metern führt der Weg fast schnurgrade von 118 Höhenmetern auf 188 Höhenmetern. Mit jedem Meter, den ich mich vorwärtsbewege, wird mir klarer, wie schlecht es mir in den letzten beiden Jahren gegangen ist, ohne dass ich es bemerkt habe. Heute erreiche ich den Wendepunkt auf 188 HM ohne jedes Problem. Keine Luftnot, kein Herzrasen, alles im grünen Bereich. Mit Puls Max 139 bin ich noch längst nicht an meiner Leistungsgrenze angelangt. Wenn das Gewicht nun auch so schnell runtergeht wie die Formkurve nach oben schnellt, dann bin ich bald wieder der Alte.

    Der Rückweg wird ein Lauf der Glückseligkeit. Ich muss aufpassen, dass ich nicht übermotiviere und in den „Abgrund“ rutsche.

    Ich bin einfach glücklich, dass es aufwärts geht.


    06.08.2017 Tag 1 3,98 km 41:57:00 Minuten
    07.08.2017 Tag 2 4,01 km 41:43:00 Minuten
    08.08.2017 Tag 3 4,56 km 55:19:00 Minuten
    09.08.2017 Tag 4 5,03 km 53:01:00 Minuten
    10.08.2017 Tag 5 4,3 km 46:11:00 Minuten
    11.08.2017 Tag 6 4,36 km 47:14:00 Minuten
    12.08.2017 Tag 7 8,16 km 1:26:04 Minuten
    13.08.2017 Tag 8 5,71 km 59:02:00 Minuten
    14.08.2017 Tag 9 2,01 km 24:38:00 Minuten bergauf
    42,12 km
     
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  17. Wesergebirgsläufer

    Wesergebirgsläufer Der Wesergebirgsläufer

    15.08.2017

    Das war ja so was von geil. Lange hat mir das Laufen schon nicht mehr so viel Freude bereitet, wie heute.

    Aber der Reihe nach. Es sind bei uns sommerliche 28°C, schwüle Luft, kaum ein Windzug. Unter den Bedingungen ist man am Besten im Berg unterwegs. Der gestrige Trip hat mich ja auch richtig heiß gemacht.

    Das Regenradar sagt ein kleines Regengebiet voraus, was mich natürlich nicht am Laufen hindern kann.

    Also ab zu Opa Walter und dann in den Berg.

    Auf der Fahrt dorthin merke ich, dass es schon immer dunkler wird. Stört mich nicht, Regen ist ja angesagt. Bernd und Hund sind heute nicht zu sehen.

    So starte ich alleine und quäle mich auf dem 1,2 km langen Anstieg Schritt für Schritt höher. Oben angekommen, bin ich stolz ohne Pause durchgelaufen zu sein. Keine Luftnot, keine Beinbeschwerden, ich fühle mich richtig fit. Plane nun links rum zu laufen, den nächsten Anstieg auch noch zu bewältigen. Da donnert es plötzlich ziemlich laut. Sofort überlege ich, wie ich weiterlaufen soll. Kenne mich hier ja bestens aus. Die Entscheidung fällt. In hundert Metern links um das Nammer Lager, nicht rechts, den nächsten tollen Anstieg. Wenn ich links rumlaufe, dann kann ich quer durch den Berg zurück zum Auto, sollte das Gewitter stärker werden.

    Ich bin noch keine hundert Meter auf dem Weg gelaufen, da fängt es an zu regnen. Donner und Blitz kommen sich immer näher. Der Regen wird immer stärker.

    Mein Handy habe ich schon in einer kleinen Plastiktüte in Sicherheit gebracht. Eine wasserdichte Kamera, die fehlt mir jetzt.

    Der Regen entwickelt sich zu einem richtigen Starkregen. Ich beschließe, auf meinem Liebling Trail zurück zum Auto zu laufen. Hier war ich zu Letzt vor zwei Jahren. Der Trail Charakter hat sich seitdem noch um einiges verstärkt. Von Weg ist nichts mehr zu erkennen. Egal, ich laufe da runter, komme was da will.

    Das ist ja so richtig meine Welt. Jeden Schritt genieße ich. Die Waden brennen, da sie von den vielen Brennnesseln ausgepeitscht werden. Über umgestürzte Bäume klettere ich, rutsche oft auf dem matschigen Untergrund aus. Falle aber nicht hin.

    Von rechts kommt ein kleiner Bach der jetzt immer größer wird und sich auf dem Weg ausbreitet.

    Mein Herz läuft über vor Freude. Auch von hinten kommen nun Wassermassen angelaufen und der Trail wird zu einem richtigen kleinen Bachlauf. So ein Unwetter hatte ich zuletzt im Mai 2005 als ich auf den Spuren des Stunt 100 lief. Ich war da schon so beeindruckt von den Kapriolen der Natur und ihren Urgewalten, die so plötzlich losbrechen.

    Schnell kann ich hier nicht laufen, auch wenn es bergab geht. Im Wasser sieht man nicht was unter den Füßen abgeht, glitschig und rutschig ist es. Aber es macht riesige Freude.

    Eigentlich bin ich viel zu schnell wieder vom Trail runter auf dem Hauptweg, ich wäre gerne so weitergelaufen.

    Auch diese letzten 500 Meter bei dem Starkregen auf breiten Wanderweg machen noch richtig Freude.

    Das waren die drei schönsten Kilometer. Auf so einer kurzen Strecke so viel Freude zu erfahren, das baut richtig auf. Dabei habe ich noch 90 Höhenmeter überwunden.

    Polar sagt mir das ich 2,79 km gelaufen bin.

    Endomondo sagt dagegen, ich wäre 3,71 km gelaufen.

    Aber das ist mir auch egal, die Freude überwiegt alles.

    06.08.2017 Tag 1 3,98 km 41:57:00 Minuten
    07.08.2017 Tag 2 4,01 km 41:43:00 Minuten
    08.08.2017 Tag 3 4,56 km 55:19:00 Minuten
    09.08.2017 Tag 4 5,03 km 53:01:00 Minuten
    10.08.2017 Tag 5 4,3 km 46:11:00 Minuten
    11.08.2017 Tag 6 4,36 km 47:14:00 Minuten
    12.08.2017 Tag 7 8,16 km 1:26:04 Minuten
    13.08.2017 Tag 8 5,71 km 59:02:00 Minuten
    14.08.2017 Tag 9 2,01 km 24:38:00 Minuten bergauf
    15.08.2017 Tag 10 2,79 km 38:42:00 Minuten Gewitter im Berg
    44,91 km
     
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  18. Wesergebirgsläufer

    Wesergebirgsläufer Der Wesergebirgsläufer

    16.08.2017

    Vom heutigen Lauf gibt es nicht viel zu berichten. Raika und ich sind die gleiche Strecke am Gevattersee gelaufen, die wir heute Morgen gewandert sind.

    Lediglich die fiesen Mücken haben sich zum Abend hin vervielfacht und finden immer wieder Landeplätze auf der Hautoberfläche. Die meisten überleben das nicht, trotzdem werde ich noch ziemlich oft angezapft.

    Der neue Cholesterin Senker bremst mich ein wenig in den Gelenken, die etwas steif und unbeweglich wirken. Ich hoffe, das sich das aber bald verläuft.

    06.08.2017 Tag 1 3,98 km 41:57:00 Minuten
    07.08.2017 Tag 2 4,01 km 41:43:00 Minuten
    08.08.2017 Tag 3 4,56 km 55:19:00 Minuten
    09.08.2017 Tag 4 5,03 km 53:01:00 Minuten
    10.08.2017 Tag 5 4,3 km 46:11:00 Minuten
    11.08.2017 Tag 6 4,36 km 47:14:00 Minuten
    12.08.2017 Tag 7 8,16 km 1:26:04 Minuten
    13.08.2017 Tag 8 5,71 km 59:02:00 Minuten
    14.08.2017 Tag 9 2,01 km 24:38:00 Minuten bergauf
    15.08.2017 Tag 10 2,79 km 38:42:00 Minuten Gewitter im Berg
    16.08.2017 Tag 11 4,02 km 42:17:00 Minuten
    48,93 km
     
    Elmar, Dennis und Lumi gefällt das.
  19. Jost

    Jost Well-Known Member

    Spannend deine Berichte, danke.
    Du machst das super.
    LG Jost
     
  20. Wesergebirgsläufer

    Wesergebirgsläufer Der Wesergebirgsläufer

    17.08.2017

    Ohne irgendwelche Ambitionen bin ich heute Abend zum Laufen an den Gevattersee gefahren. Raika ist nicht dabei. Ich will nicht das sie die Lust am Laufen verliert, weil sie sich überlastet. Auch sie muss langsam aufgebaut werden, da sie ja nicht der typische Lauf Hund ist. Ich kam mir wie ein Verräter vor, aber da müssen wir durch.

    So starte ich nach dem abendlichen Regenschauer an der Aue Brücke und trabe gemütlich los. Ich bemühe mich redlich, nicht zu übertreiben. Bin ja noch im Reha Sport.

    Nach ein paar hundert Metern kommen mir Monti und Sigrid entgegen. Monti legt sein Stöckchen vor mir ab und wartet darauf, dass ich ihn damit bespaße. Mach ich natürlich gerne, laufe dabei auf der Stelle weiter und erzähle noch mit Sigrid.

    Dadurch komme ich auf 14 Minuten für den ersten Kilometer. Das stört mich aber gar nicht. Dafür freuten sich die Mücken umso mehr, sie fanden in mir ihr heiß begehrtes Opfer.

    Weiter geht es in Richtung Hexenteiche. Die Luft ist im Vergleich zu heute Morgen deutlich angenehmer, nicht mehr so schwül. Ein leichter Wind tut richtig gut.

    Am Abzweig zu den Hexenteichen angekommen, überlege ich, warum eigentlich da lang. Geradeaus auf die Marathonstrecke. Dann habe ich am Ende gut fünf Kilometer, statt sonst vier.

    Gesagt, getan. Weiter durch den schönen Wald, dann auf freies Feld direkt auf die Pferdekoppel zu. Viele erhabene Tiere stehen dort, sehen mich und kommen langsam an den Zaun. Ob sie auf ein Stück Brot oder dergleichen warten? Ich weiß es nicht. Mir bleibt nur ihre Schönheit zu bewundern. Es sind alles so feine Tiere, glatt gestriegelt. Manche mit Decke, die meisten ohne. Ein schönes Bild.

    Nun führt der Weg direkt an der Aue entlang. Vom Sportplatz auf der anderen Seite klingen Kinderstimmen herüber. Mir scheint, sie spielen Fußball. Das hochgewachsene Unkraut verhindert einen Blick zum Sportplatz.

    Dann kommen die künstlich angelegten Flut Flächen. Auch sie sind gut gefüllt. Der Regen der letzten Tage hat die Aue doch ganz schön ansteigen lassen.

    Die Aue strömt ruhig dahin. Diese Urkraft lässt mich durchatmen. Auch ich fühle diese Kraft, merke deutlich, wie sie in mir zurückkommt.

    Bewusst achte ich auf saubere Beinarbeit, damit ich nicht wieder im rechten Bein verkrampfe. Das gelingt mir ganz gut. Voller Elan erreiche ich die Stelle, wo ich nun abbiegen müsste, um wieder zum Auto zu gelangen. Fünf Kilometer wären dann geschafft. Aber ich fühle deutlich die neue Kraft in mir, und die unbändige Lust auf mehr. Ich könnte ja noch die Hexenteiche laufen, dann wären es gut 7 km. Also weiter.

    Da nähert sich von hinten ein Radfahrer. Artig mache ich Platz und laufe auf der linken Seite. Kollidiere dabei schmerzhaft mit einigen Brennnesseln. Kurz bevor er mich überholt, ruft er mich schon bei Namen. Es ist Andreas, unser Guter Freund und Hunde Narr. Vier Cocker und ein Retriever groß ist sein Rudel. Wir treffen uns fast jeden Tag im Wald beim Gassi gehen.

    Er hat sein Fahrrad aus der Werkstatt abgeholt und nimmt die Abkürzung durch den Wald. Wir erzählen noch ein wenig, dann trennen sich unsere Wege.

    Auf der Runde führt der Weg weiter bis zur Kastanien Allee. Wieder stehe ich vor der Entscheidung rechts ab zum Auto, dann wären die gut sieben Kilometer voll. Aber ich bin so gut drauf, laufe so gleichmäßig, da kann ich doch auch noch ein Stück weiter geradeaus laufen. Bis ich dann die zehn Kilometer voll bekomme. Das wäre so richtig nach meinem Geschmack.

    Als ich so bei Kilometer acht ankomme, höre ich, wie sich ein Läufer von hinten nähert. Es dauert nicht lange und ein korpulenter, großer Mann läuft grinsend an mir vorbei. Gerne würde ich Gas geben und ihn vor mir hertreiben. Aber die Vernunft siegt. Was hat der Doc gesagt: Kein Wettkampf, keinen übertriebenen Ehrgeiz. Langsam aufbauen. Die Worte haben sich eingeprägt.

    Also lasse ich ihn davonziehen. Kurz danach biegt er sowieso links ab.

    In gleichmäßigen Tempo laufe ich bis Kilometer neun, um dann den Rückweg anzutreten. Bis zum Auto sind es jetzt noch ca. 1,3 km. Die letzten dreihundert Meter lasse ich mir zum Auslaufen.

    Was bin ich glücklich. Das rechte Bein hat mitgespielt. Der operierte Meniskus im linken Knie ebenso.

    Aber das Wichtigste, das Herz und der Kreislauf haben voll mitgespielt. Ohne irgendwelche Zicken habe ich diese zehn Kilometer geschafft. Unvorstellbar für mich. Drei Monate nach dem ich fünf Stents bekommen habe, habe ich wahrscheinlich auch die richtige Medikamenten Auswahl bekommen. Ich fühle mich wieder als Mensch, mit Hoffnung auf ein weiteres Läuferleben.
     
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